Wie die Woche aufgebaut ist
Diese Woche folgt einer progressiven Struktur, wobei jeder Tag an Distanz, Verantwortung und Komplexität zunimmt. Reisetage sind länger als im Intro Camp, und die Systeme müssen auch unter Ermüdung effizient funktionieren. Die Teilnehmer übernehmen mehr Verantwortung für Navigation, Tempo, Lagerentscheidungen und Risikomanagement. Im Laufe der Woche nimmt die Unterstützung durch die Ausbilder ab und die Verantwortung der Athleten zu, was zu einem realistischen Expeditionsreisen und Teammanagement führt. Ziel ist es, die Fähigkeit zu entwickeln, sich auf mehrtägigen Arktisreisen sicher und selbständig zu bewegen.
Tag 1 — Systeme zurücksetzen und aktualisieren
Thema: Von “lernen” zu “operieren”
- Auffrischung der Schlüsselkompetenzen aus Woche 1
- Schnelle Materialprüfung + Erhöhung der Ladekapazität
- Wetter- und Lawinenlagebesprechung
- Schichtungsentscheidungsspiel unter Athletenführung
- Packs/Pulks auf Effizienz und Redundanz geprüft
Praktisch
- 10–12 km moderates Skifahren mit Coaching-Korrekturen
- Herausforderung beim Timen des Ausstoßens (Minimierung von Wärmeverlust)
- Kraftstoffplanung für die Woche (studentengeführt)
Denkweise
Ihre Aufgabe ist es jetzt, führe dein System aus, nicht nur lernen.
Tag 2 – Längere Bewegung & Mikro-Navigation
Thema: Präzisionsbewegung & Routenverantwortung
- 14–18 km Skitour mit Schlitten
- Mikronavigation: Peilungen, Handläufe, Angriffspunkte
- Schneetextur-Lesen (Windharsch, Harsch, Pulverschnee)
- Teamrotation: Navigator, Tempomacher, Wohlfühllas
Bohrer
- Kontrollierte Abfahrten mit Pulka
- Schichtwechselprotokoll in Bewegung
- Taktische Snack-Strategie (fettreiche Kälteverpflegung)
Abend
- Schneemauerbau zum Windschutz
- Team-Nachbesprechung mit strukturierter Kommunikation
Tag 3 – Unabhängiger Lagerbau + Systembelastung
Thema: Athleten übernehmen
- Alle Reisevorbereitungen studentisch
- Standortwahl für das Lager: Wind, Treibgut, Sicherheit
- Zeltaufbau & Verankerungen mit minimaler Ausbilderbeteiligung
- Fortschrittliches Herdmanagement (Schmelzeffizienz, Windschutz)
Druckbohrer
- Zeitlich begrenzter Lageraufbau → Simulation von Ermüdung bei später Ankunft
- Baue einen funktionierenden Unterschlupf bei sich verschlechterndem Wetter
Denkweise
Erschöpfung deckt die Qualität deiner Systeme auf.
Tag 4 – Längster Reisetag + Realistischer Druck
Thema: Ausdauer, Belastbarkeit & Energiemanagement
- 18–22 km Skifahren (Geländeabhängig)
- Athleten führen bei der Tempo- und Routenwahl
- Taktische Pausen erzwungen (kurz, effizient, nicht verhandelbar)
- Schweißmanagement: Trocknungsstrategie während der Bewegung
Eingeführte Szenarien
- Verlorener Stockkorb
- Eingefrorenes Reißverschlussproblem
- Schichtgefrieren durch Schweiß → Entscheidungsfolgen
Abendworkshop
- Expeditions-Problemlösung & Selbsthilfedenken
- Konfliktmanagement und Emotionsregulation
Tag 5 – Szenario + Alleine Campen
Thema: Wenn alles schwieriger ist
- Simulation: Navigation im Whiteout
- Windstrategie: Unterschlupf nutzen, Teamabstand, Kommunikation
- Notfalllageraufbau
- Thermischer Notfall-Übung
- Herd defekt → Notfallplan für Brennstoff/Wärme erstellen
Kurzer Reisebericht
- Schwerpunkt: effiziente Fortbewegung unter schwierigen Bedingungen
- Routenwahl bei schlechter Sicht
- “Szenariobesprechung: ”Wenn das echt wäre, was machen wir dann?
Denkweise
Harte Tage offenbaren wahre Expeditionsbereitschaft.
Tag 6 – Allein zurück und Nachbesprechung
Thema: Reflexion und Konsolidierung
- Alleine campen
- Selbstständige Rückreise zur Basis
- Rückkehr zum Basislager (etwa zur Mittagszeit)
- Nachbesprechung & Feedback (Gruppe und individuell)
Ergebnis
Sie verlassen die Situation mit einem klaren Verständnis dafür, wie Sie unter arktischen Bedingungen eigenständig agieren.
Gehen Sie über grundlegende Kompetenz hinaus in Richtung Semi-Expeditionsbereitschaft.
Bis Ende der Woche werden Sie nicht nur die technischen Fähigkeiten für Winterreisen verfeinern, sondern auch lernen, diese unter Ermüdung und Druck konsequent anzuwenden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau zuverlässiger Systeme anstelle von Zähigkeit. Während des gesamten Camps legen wir Wert auf Autonomie gegenüber Anweisung, Präzision gegenüber Kraft und Ausdauer, die durch Beständigkeit statt durch Heldentaten aufgebaut wird. Entscheidungsfindung wird als Fähigkeit, nicht als Reaktion trainiert, und kleine tägliche Systeme werden genutzt, um langfristige Leistung zu erzielen. Sie werden TEAMVERHALTEN, emotionale Regulierung in kalten Umgebungen und strukturierte Selbstständigkeit üben. Ziel ist es, mit klaren Routinen, effizienten Systemen und dem Selbstvertrauen, unter anspruchsvollen arktischen Bedingungen sicher und effektiv zu agieren, abzureisen.
Kernentwicklungsbereiche sind:
- Effizientes mehrtägiges Reisen unter Last
- Eigenständige Lagerroutinen
- Tiefere Navigation + Geländedeutung
- Windmanagement und Kälteresistenztraining unter höherer Belastung
- Kraftstoff-, Lebensmittel- und Energiestrategien für längere Tage
- Risikomanagement & szenariobasierte Entscheidungsfindung
- Teamrollen, Kommunikation & Konfliktmanagement
- Leistungsdenken unter Ermüdung


